Gartenfachberatung
Der naturnahe Garten – Gartenglück im Einklang mit der Natur
Barbara Adomat, KGV An den Weiden e.V.
Fachberatung für den Kleingärtner
war der Titel der Veranstaltung am 3. Mai 2025. Zu dieser hatte der Vorstand des RVG eingeladen und konnte zu dieser ersten Veranstaltung Dr. Sylvia Wolff vom NABU Kreisverband Barnim gewinnen. Das war ein sehr guter Start für unsere Kooperation. Ich kann diese Veranstaltungen nur empfehlen, denn es gab viel Neues und Interessantes zu erfahren, auch für langjährige Gärtner. Sylvia – wir haben uns auf das Du der Gartenfreunde geeinigt – hatte sehr viele Materialien dabei, die ihren Vortrag anschaulich begleiteten, zum Beispiel ein Modell eines naturnahen Kleingartens mit allen möglichen Bereichen und auch nützliche Gartengeräte.
Ein großes Thema war der Erhalt der Vogel- und Insektenwelt und unsere Möglichkeiten als Kleingärtner dazu beizutragen.
Sylvia veranschaulichte, dass zum Beispiel ein bisschen Unordnung im Garten, d.h. Totholz und liegengelassenes Laub, ein gutes Versteck für die Tiere beziehungsweise eine gute Möglichest zur Überwinterung darstellen können.
Sie zeigte auch pfiffige und doch einfache Beispiele für Insektennester im Kleingarten zum Beispiel Strohnester in großen Tassen oder alten Blumentöpfen, die mit Draht befestigt und einfach in die Bäume gehängt werden. Auch ein Sandarium kann im Garten für Wildbienen wichtige Brutplätze bieten. Insekten sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette für die weniger werdende Vogelwelt.
Sie brachte auch eine Schautafel mit dem Titel „Lichtverschmutzung“ mit.
Ganz wichtig für den Erhalt der Insektenwelt ist es, die Lichtverschmutzung zu vermeiden beziehungsweise einzudämmen, das heißt im Kleingarten keine Lichter in der Nacht dauerhaft brennen und blinken zu lassen. Die allseits so beliebten Solarlampen, mit denen einige Kleingärtner die Nacht zum Tage machen, sind absolut schädlich für die Insekten, weil die sich durch das Licht in der Nacht im Dauerstress befinden und daran sterben. Gegen einen Bewegungsmelder spricht ja nichts.
Die Bitte des NABU ist also an uns Kleingärtner: Licht aus in der Nacht !!.
Frei abgewandelt: das ist ein kleiner Schritt für den Kleingärtner, aber mit großem Nutzen für die Insektenwelt!!!
Natürlich war das Wasser im Kleingarten ein großes Thema.
Sylvia wies darauf hin, das auch Kleinigkeiten großen Nutzen bringen und wie z.B. viele Regenwasserauffanggefäße aufzustellen. Wir alle kennen die katastrophale Lage hier in Brandenburg und wissen, dass die Bodentrockenheit immer ein Thema bleibt.
Mulchen, und zwar mit etwas abgelagerten Grasschnitt oder anderen natürlichen Materialien, ist eine sehr gute Möglichkeit die Verdunstung einzudämmen und Wasser zu sparen.
Leider empfehlen einige NABU-Kreisverbände sogar Rindenmulch. Dazu gibt es im NABU sehr unterschiedliche Meinungen. Also: Sylvia empfiehlt auf Rindenmulch zu verzichten. Er entzieht beim Verrotten der Erde Stickstoff, den die Pflanzen aber zum Wachsen brauchen. Außerdem stört er die Humusbildung durch den zum Teil hohen Anteil an Gerbsäure, die zum Absterben der dafür notwendigen Mikroorganismen führt. Mitunter ist er sogar belastet mit Schwermetallen, wie Cadmium, und Krankheitserregern. Eine Alternative stellt unter Bäumen und Büschen auch die Bepflanzung mit Bodendeckern dar, wie z. B. mit Storchenschnabel.
Unser Ziel muss es aber sein, den Boden gesund zu erhalten und dadurch den Mikroorganismen die Chance zu geben, ihre „Arbeit“ zu machen zu unserem Nutzen.
Denn gesunde Erde steht ja am Anfang der Nahrungskette!
Im Gepäck hatte sie viele tolle Nachschlagewerke und Fotos aus ihrem Garten.
Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Vortrag und hoffe, dass wir da noch Stühle extra reinstellen müssen!
Ich wünsche Euch bis dahin ein fröhliches Gärtnern

